Beratung, Hilfe und Unterstützung für Familien

Das Familienzentrum »Wilhelmine« in der Weverstraße hat eine breite Palette von Angeboten.

Wenn Paare zum ersten Mal Eltern werden, ist die Freude groß – aber auch die Unsicherheit und eine neue Form von Stress: notorischer Schlafmangel, die Bedürfnisse des Säuglings, der sich nur durch Schreien äußern kann, da­zu Haushalt und Existenzsicherung fordern Eltern viel ab, und viele Fragen tauchen auf. Doch Hebammen betreuen nach der Geburt Mutter und Kind oft nur einige Tage. Und oft leben Mütter oder Großmütter, die man ab und an um Rat und Unterstützung bitten könnte, nicht unbedingt in der Nähe. In vielen Situationen wünscht man sich dann kompetente Beratung, ob bei Erzie­hungs-­, Ernährungs­- oder anderen Fragen rund um die kindliche Entwicklung.
Zentrale Anlaufstelle

Das Wilhelmstädter Familienzentrum »Wil­helmine« in der Trägerschaft der Trialog Ju­gendhilfe gGmbH ist eine zentrale Anlauf­stelle für Familien und versteht sich als Zen­trum für Frühe Hilfen. Im Fokus stehen dabei die vorgeburtliche Betreuung sowie Familien mit Kindern im Alter von 0­-6 Jahren. Darüber hinaus werden auch Familien mit mehreren Kindern angesprochen. Die Angebote sollen aber auch andere Familienmitglieder errei­chen, z.B. Geschwister oder Großeltern. Eine breite Palette steht für Familien offen: von Hebammenangeboten, Eltern-­Kind­-Gruppen, Krabbel­- oder Spielgruppen über Elternkurse bis hin zur aufsuchenden Eltern­hilfe. Hinzu kommen umfangreiche Bera­tungsangebote, aber auch Eltern-­ und Café­treffs – ein wichtiges Angebot, denn gerade Eltern mit kleinen Kindern rutschen oft in die »Einzelkämpfer«-­Falle, ihr bisheriges so­ziales Leben verändert sich ja auch radikal. Da braucht es neue Kontakte, Netzwerke, Ge­sprächs-­ und Austauschmöglichkeiten. Wichtig ist aber auch die Beratung zur mate­riellen Existenzsicherung und möglichen staatlichen Hilfen, denn oft verfügen junge Familien über eher geringe oder durch den Nachwuchs eingeschränkte Einkommen.

Baustein »Wellcome«

Die Arbeit von »Wilhelmine« basiert auf mehreren Bausteinen. Zum einen bietet »Wellcome« praktische Hilfe nach der Ge­burt, um den Baby­-Stress mit dem Neugebo­renen oder gar Mehrlingen zu bewältigen. »Wellcome« unterstützt und entlastet Fami­lien mit Babys während des ersten Lebens­jahres. wellcome-­Ehrenamtliche (die immer gesucht werden!) wachen über den Schlaf des Babys und ermöglichen so etwas Ruhe für die Mutter. Sie begleiten zum Kinderarzt, spielen mit dem Geschwisterkind, machen Einkäufe und hören zu. Dies führt zu einer spürbaren Alltagsentlastung für die Eltern und beugt damit auch möglichen Konfllkten und Krisen vor. Die enge Zusammenarbeit innerhalb des Familienzentrums fördert ei­ne schnelle Kontaktaufnahme für hilfebe­dürftige Familien mit Babys, sodass eine un­bürokratische, kurzfristige Vermittlung von Ehrenamtlichen erfolgen kann.

Das aufsuchende Angebot »Zuwachs« rich­tet sich an Mütter bzw. Eltern, die bereits ein oder mehrere Kinder haben und mit einem Neugeborenen oder einer weiteren Schwangerschaft Unterstützung benötigen. Hierbei erhalten die Familien Beratung in Bezug auf ihre neue Familiensituation und alle Belan­ge rund ums Kind. »Zuwachs« bietet ein breites Spektrum an Unterstützung, z. B. rund um die Geburt, beim Hineinwachsen in die neue Familiensituation, bei der Sicher­stellung der materiellen Existenz, Beratung zu Pflege, Ernährung und Erziehung des Kin­des, Informationen zu kindlichen Entwick­lungsphasen und Bedürfnissen, Zusam­menarbeit mit anderen Hilfsangeboten.

FuN: Familie und Nachbarschaft

Ein weiterer wichtiger Baustein ist »FuN« – das steht für »Familie und Nachbarschaft« und ist ein Angebot für die ganze Familie: El­tern, Kinder, Geschwister, Großeltern. Ge­meinsame Erlebnisse und Aktivitäten, Spie­len, Experimentieren stärken den Familien­zusammenhalt. Das FuN Programm soll Spaß machen und die Kooperation und Fä­higkeit zur Selbsthilfe unterstützen. Ver­schiedene Einrichtungen wie Kitas, Schulen, Freizeiteinrichtungen oder Familienzentren bieten FuN gemeinsam an. So lernen Fami­lien diese Einrichtungen besser kennen und erfahren dabei auch, welche weiteren Ange­bote ihnen zur Verfügung stehen. Kursgrup­pen, die in direkter Nachbarschaft wohnen, stärken das soziale Umfeld. Ziel des Pro­gramms ist es auch, über den Kurs hinaus ge­meinsame Treffen zu organisieren und in Kontakt zu bleiben.

Auch Familien mit Migrationshintergrund können im FuN­-Kurs ihre eigenen Erfah­rungen einbringen und neue Kontakte knüp­fen. Für diese Familien entwickelt FuN nach bisherigen Erfahrungen eine enorme Inte­grationskraft.

Insgesamt geht es im Familienzentrum Wil­helmine darum, Familien frühzeitig ein Netz­werk an Unterstützungsmöglichkeiten zu er­öffnen und ein breites Angebot an Förderung für Eltern und Kinder bereitzustellen. Fami­lien werden vernetzt mit Hilfestellungen im Bezirk einerseits und Familien im Umfeld an­dererseits. Eltern werden bestärkt, die Hemmschwelle für die Inanspruchnahme von Hilfestellungen zu überwinden, beson­ders auch in Stress­, Konflikt­ oder Krisensi­tuationen.

Familienzentrum Wilhelmine, Weverstraße 72, 13595 Berlin.
Koordinatorin: Iwona Chwialkowska. Tel. 030/93 95 21 97,
Mail: familientreff@trialog-berlin.de

Weitere Infos unter www.trialog-berlin.de

Ulrike Steglich, Wilhelmstädter Magazin Nr. 4, August/September 2019

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