Die DB-Unterführung in der Spandauer Klosterstraße ist ein wichtiger Knotenpunkt. Hier treffen öffentlicher Personennahverkehr, motorisierter Individualverkehr, Fußgänger und Radfahrer aufeinander – die Frequenz der Nutzung ist hoch. Allein das Verkehrsaufkommen liegt hier laut Verkehrslärmatlas des Senats zwischen 40.000 und 50.000 Kfz pro Tag. Gleichzeitig war die Unterführung jedoch lange Zeit eine von Lärm, Taubendreck, Müll und mangelnder Beleuchtung geprägte Barriere. Aufgrund der Lage als Eingangstor zur Wilhelmstadt und Bindeglied zur Altstadt waren daher Maßnahmen zur Behebung dieser Defizite von großer Bedeutung.
Ziele/Maßnahmen
Ziel war die Verbesserung der Aufenthaltsqualität für Fußgänger und Radfahrer. Die Konzeption soll außerdem die Integration der Werbeflächen berücksichtigen.
Umsetzung/Stand
Im Jahr 2012 wurde ein Wettbewerb zu den Themen Lärm, Licht und Kunst durchgeführt; die Realisierung des Siegerentwurfes wurde in den nachfolgenden Jahren verfolgt. Dazu fanden beim damaligen Stadtrat Abstimmungsrunden mit der Deutschen Bahn, dem Werbeträger Ströer, dem Planer und internen Vertretern statt. Hinzu kamen die Anforderungen der Senatsverwaltungen. Leider war das Gemengelage am Ende zu groß und eine Umsetzung des Konzeptes nicht möglich. Der Versuch nur einzelne Problemlagen unter der Unterführung zu lösen, war dann erfolgreicher.
Das Projekt wurde schließlich in drei Teilmaßnahmen gegliedert. Mit der „Taubenvergrämung“ wurde im Jahr 2021 die erste Maßnahme durch die Montage von Gitterrosten erfolgreich abgeschlossen und führte zusammen mit der regelmäßigeren Reinigung der Unterführung durch die BSR zu einer spürbaren Aufwertung des öffentlichen Raumes.
Im Rahmen der zweiten Maßnahme zur „Optimierung der öffentlichen Beleuchtung“ wurde 2022 ein innovatives Beleuchtungskonzept entwickelt und im Folgejahr umgesetzt, um den Raum für Menschen zu Fuß oder auf dem Rad zu verbessern und das Sicherheitsgefühl zu erhöhen. In Zusammenarbeit mit der Stromnetz Berlin GmbH erfolgte das Vorhaben mit zwanzig LED-Strahlern – jeweils zehn auf jeder Straßenseite. Mit den Strahlern werden kreisförmige Leuchtflächen erzeugt, welche den Effekt einer Perlenkette schaffen und selbst zu Tageszeiten mit der fokussierten Lichtverteilung ein angenehmes Licht verbreiten. Die Maßnahme wurde mit der feierlichen Inbetriebnahme im Herbst 2023 abgeschlossen.
Die dritte Teilmaßnahme „Gestaltung der Widerlager“ bestand darin, eine Mooskonstruktion zu errichten und wurde infolge des zu geringen ökologischen Mehrwerts gegenüber den zu entrichtenden Kosten nicht umgesetzt. Grund dafür war das zu niedrige Tageslicht im Kernbereich der geplanten Fläche.
Die Gesamtmaßnahme „Aufwertung der Unterführung Klosterstraße“ hat insgesamt zu einer Steigerung der Aufenthaltsqualität geführt. Weiterhin besteht jedoch das Problem der hohen Lärm- und Verkehrsbelastung, dass sich bei täglich 40.000 – 50.000 passierenden Kraftfahrzeuge nicht lösen lässt. Die Umsetzung zur Beleuchtung überzeugte mit ihrer positiven Wirkung die städtebauliche Kriminalprävention des LKA, sodass diese Art der Beleuchtung zukünftig für andere Standorte in Betracht gezogen wird.
Akteure
Fördergeber: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Programmsteuerung / -koordination: Bezirksamt Spandau – Stadtentwicklungsamt, Fachbereich Stadtplanung
Zeitraum: 2012-2023
Finanzierung
Die Finanzierung erfolgt aus dem Förderprogramm „Lebendige Zentren und Quartiere“.
Ansprechpartner
Bezirksamt Spandau
Stadtentwicklungsamt, Fachbereich Stadtplanung
Katharina Lange
Carl-Schurz-Straße 2/6, 13597 Berlin
Telefon 030.90 279 22 80
katharina.lange@ba-spandau.berlin.de
Koordinationsbüro für Stadtentwicklung und Projektmanagement – KoSP GmbH
Hai Tran
Fehrbelliner Straße 50, 10119 Berlin
Telefon 030.33 00 28 53
wilhelmstadt@kosp-berlin.de
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